QualityLand
von Marc-Uwe Kling

REZENSIERT VON

CHRIS

Herzlich Willkommen in QualityLand – es kommt direkt hinter den Känguru-Chroniken und wird Sie mit jeder Menge Humor empfangen. Sorry, nicht mit jeder Menge sondern mit dem meisten Humor. Denn in QualityLand gibt es nur Superlativen. QualityLand ist immerhin das beste Land überhaupt. Und die hochdigitalisierte Welt von QualityLand weiss schon im Vornherein was Sie möchten. Nur Peter sieht das etwas anders… Peter Arbeitsloser (wie sich das mit den Nachnamen verhält ist dem Buch in Version 1.6 zu entnehmen) hat nämlich einen Delfinvibrator bekommen – in Pink… ach nein, in rosa (Pink ist äh… naja, lesen Sie selbst nach wer Pink ist). Und diesen Vibrator wollte Peter nicht – aber das System ist sich sicher, dass Peter ihn will.

Klingt banal? Ist es aber nicht. In Klings neuem satirischen Roman “QualityLand” geht es um digitale Welten, um Blasen, um Monopolstellungen, die Probleme unserer digitalen Welt und vieles mehr. Natürlich immer mit einer grossen Prise Humor aber auch mit einem gewissen Tiefsinn. Das ist ein Spagat, der gar nicht so leicht ist, aber Kling ganz gut gelingt. So ist es denn auch so, dass die Story eigentlich relativ einfach ist und sogar recht schnell erzählt wäre. Aber Kling fügt hier und da Erzählungen und Erklärungen ein – oder auch einfach lustige – aber die Story nicht vorwärtstreibende – Absätze ein. Das ist dann auch einer der einzigen Kritikpunkte, die ich zu “QualityLand” vorbringen kann: es wird viel abgeschweift, viel erklärt, natürlich auf humorvolle Art. Dennoch könnte man die Story gefühlt in der Hälfte der Zeit erzählen.

Aber ich glaube, das ist gar nicht der Punkt. Viel wichtiger finde ich, dass Kling hier versucht, mit viel Satire auf gesellschaftliche und digitale Probleme der heutigen Welt hinzuweisen. Denn alles, was er beschreibt, gibt es in gewisser Art und Weise schon – naja, fast… Zumindest die Konzepte davon. Wir erkennen uns und grosse Monopolfirmen leicht wieder und stellen oft fest: wo Herr Kling Recht hat, hat er recht. Vielleicht sollte ich mal wieder ein Produkt kaufen, dass auf Amazon noch keine Rezensionen hat…

Unterm Strich habe ich mich über QualityLand sehr amüsiert, aber das Buch hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Das Ende hat einen schönen Twist, den ich ganz nett finde und auf den man mit etwas Fantasie noch so das eine oder andere aufbauen kann.Denn das Ende ist an sich doch relativ offen. Aber das ist okay.

Übrigens: die dunke und helle Version unterscheiden sich zwar nicht in der Geschichte, wohl aber in den Zwischenseiten mit Zeitungsartikeln, dem Reiseführer durch QualityLand und anderen Informationen. Aber keine Angst, man muss nicht beide Versionen kaufen… Im Buch gibt es einen QR-Code der zu den “alternativen” Inhalten der jeweils anderen Version führt. Witzige Idee 🙂

Teile diesen Artikel in deinen sozialen Netzwerken