Mirror – von Karlsberg

REZENSIERT VON

CHRIS

Kennt ihr Google Glass? Ja? Dieses Projekt von Google, bei dem in einer Brille ein kleiner Computer eingebaut war. Dieser projezierte verschiedene Infos direkt aufs Glas, so dass der Träger verschieden Informationen abrufen konnte und diverse Aktionen ausführen konnte. Auch Foto- und Videoaufnahmen waren so ohne Weiteres möglich. Die Datenschutzthematik und führte zu einer grossen Diskussion. 2015 wurde das Projekt offiziell eingestellt.

Nun nehme man mal Google Glass, mache das Gerät massiv besser, füge im Hintergrund eine künstliche Intelligenz hinzu: fertig ist der Mirror. Das Gerät, welches es Menschen einfacher machen soll, ein schönes und angenehmes Leben zu führen. Kernstück: der Mirror weiss was du brauchst und wie du es erreichst. Mit einer Menge Daten im Hintergrund kann der Mirror das nämlich errechnen. Der Mirror gibt Tipps und hilft z.B. Menschen mit Einschränkungen, voranzukommen. Eigentlich eine gute Sache, nicht?

Das Gefühl hat auch Andy, der mit seinem Autismus beispielsweise Gefühle und Regungen von Menschen nicht deuten kann. Hier hilft ihm der Mirror und so lernt er die liebenswerte Viktoria kennen. Aber dann passieren seltsame Dinge, die nicht zum grossen Ganzen passen wollen: Journalistin Freya hat auf einmal den Eindruck, dass ihr Mirror ein Eigenleben führt und fängt an nachzuforschen. Ob da was dran ist?

Als ich das Buch im Buchhandel entdeckte und den Klappentext las, war ich begeistert. Mal wieder etwas mit künstlicher Intelligenz und Technologie. Beim Lesen ist mir aber aufgefallen, dass die Technik einfach beschrieben wird (was okay ist), Karl Olsberg aber mit der Materie ganz oft an der Oberfläche bleibt. Ich bin der Meinung, man hätte aus der Story mehr machen können. Das Thema KI wurde in verschiedensten Büchern und Filmen oft abgearbeitet – inklusive deren Auswirkungen (mein Lieblingsbuch, dass ich endlich mal wieder lesen und rezensieren muss ist “Game Over” von Philip Kerr. Aber leider bleibt die Story auf dem Einstiegsniveau.

Das tut der Spannung erstmal keinen Abbruch – die Story ist grundsätzlich gut geschrieben und gerade mit Andy (und mit Viktoria) kann man sich gut identifizieren. Viele andere Figuren bleiben aber eher schwach gezeichnet. Menschen, die gerne solche Storys lesen werden die grossen “Aha”-Moment in diesem Buch aber nicht haben. Sie sehen das Kommende lang voraus und werden kaum überrascht. Trotzdem unterhält “Mirror” gut und zeigt auch “Neulingen” der Technik die Gefahren von künstlicher Intelligenz auf.

Insgesamt 3 von 5 Punkten würde ich sagen 🙂

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