Ephraim Kishon – gesammelte Werke

REZENSIERT VON

CHRIS

Vor einer Weile bin ich in der Buchhandlung an ein Werk herangelaufen, welches sogleich meine Aufmerksamkeit erregte: die gesammelten Werke von Ephraim Kishon. Man muss dazu sagen, dass selbstverständlich nicht alle über 70 in Deutschland veröffentlichte Werke in diesem Band enthalten sind, aber definitiv einige seiner Besten.

Auf den knapp 800 Seiten des in Leinen gebundenen und mit Goldprägung betiteltem Band finden sich folgende Werke von Kishon:

  • Drehn Sie sich um, Frau Lot!
  • Arche Noah, Touristenklasse
  • Wie unfair, David!
  • Der Blaumilchkanal

Neben kurzen Erzählungen (die ich immer wieder zusammen mit meiner Frau als Gute-Nacht-Geschichte verwende – für uns natürlich… Kinder haben wir noch keine ;)), gibt es auch immer wieder Ausflüge in Theaterszenen.

Wer nun Ephraim Kishon nicht kennt, der hat etwas verpasst. Zumindest wenn man Humor und Satire in Büchern gerne mag. Dann kommt man um den israelischen Kishon gar nicht herum. Entschuldigung: israelisch ungarischen Ursprungs selbstverständlich. Denn Kishon, gebürtig Ferenc Hoffmann hat bis zu seiner Einreise nach Israel viel durchgemacht. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass er sich dem Humor verschrieben hat. Interessanterweise ist es schon irgendwie witzig, wie er zu seinem bekannten Vornamen kam: der Grenzbeamte bei der Einreise meinte: Ferenc…. gibt es nicht… und benannte ihn einfach mal eben in Ephraim um. Läuft…

Die gesammelten Werke aus dem Anaconda-Verlag zeugen von dem feinen satirischen Gespür Kishons. Er erzählt mit viel Humor vom Leben in Israel – es geht oft um das Familienleben und den israelischen Alltag. Auch der Bürokratie hat sich Kishon erzählerisch verschrieben – man hört von weitem den Amtsschimmel wiehern.
Sehr schön ist die Tatsache, dass Kishon sehr oft von sich erzählt (wie viel davon welchen Wahrheitsgehalt hat, das sei dahingestellt – denn ich weiss es nicht). Das macht die sehr lustigen Geschichten auch unglaublich sympathisch.

Ich erinnere mich noch, wie ich das erste mal mit einem seiner Werke in Kontakt kam: das war in meiner Kindheit. Im Kinderzimmer, welches auch gleich das Arbeitszimmer von meinem Vater war, stand ein Bücherregal mit allerlei Werken (interessant und weniger interessant) von vielen Autoren (bekannt und auch weniger bekannt). Und eines davon (“Nicht so laut vor Jericho”) nahm ich eines Tages mal aus dem Regal und las einige kurze Geschichten. Ich erinnere mich z.B. an die Waschmaschine Jonathan, oder eine Episode um ein Auto während eines Besuchs im Kaffeehaus. Ich habe längst nicht das ganze Buch gelesen und längst nicht alle Anspielungen verstanden. Aber der Name Ephraim Kishon ist hängen geblieben bis heute.

Umso mehr schätze ich es nun, in Kishons Werk zu schmökern und zu lesen. Alle paar Tage wieder eine Geschichte zu lesen (oder meine Frau vorzulesen), herzhaft darüber zu lachen und Parallelen zum eigenen Leben und dem eigenen Land zu ziehen.

“Gesammelte Werke” von Ephraim Kishon ist definitiv ein Kauf wert. Im Anaconda-Verlag erschienen wir das wunderschöne, in Leinen gebundene Buch, zum UPE von gerade Mal 10 Euro verkauft. Zuschlagen sage ich da!

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