Dark Matter – der Zeitenläufer

REZENSIERT VON

CHRIS

VORSICHT: Diese Rezension enthält Spoiler

Es ist quasi nicht möglich dieses Buch ohne Spoiler zu rezensieren. Deshalb die obige Warnung.
Eigentlich ist alles super: Jason ist glücklich verheiratet, hat ein Kind und ist College-Professor. Als er aber eines Abends niedergeschlagen wird, erkennt er beim Aufwachen seine Welt nicht mehr wieder: er ist immer noch da wo er davor war, aber nichts ist mehr so wie davor: Seine Frau ist nicht mehr seine Frau, sein Kind ist weg, er ist plötzlich nicht mehr am College, sondern ein gefeierter Wissenschaftler.

Huch?? Was ist passiert? Die Frage stellt sich schnell und schnell kommen bei mir die ersten Vermutungen hoch: alternative Realität? Na und oh ja, derart alternativ, dass einem irgendwann der Kopf dreht.

Alter, ist das eine geile Story – sie mag zwar relativ schnell bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar sein, denn sobald alternative Realitäten oder Zeitreisen ins Spiel kommen, eröffnet sich immer das Problem des Paradoxen… Und das Paradoxon zu umschiffen schaffen die wenigsten Geschichten.

Für “Dark Matter” gilt das stellenweise natürlich genauso. Aber: was Blake Crouch hier aus dem Paradoxon macht ist so geil und durchgeknallt, dass man sich fragt: wie zum Kuckuck will er das überhaupt jemals auflösen?
Nur soviel: er löst auf – auf seine eigene Art.

Dark Matter ist ein Thriller der sich erstmal – wie bereits erwähnt – leicht durchschauen lässt. Ideen und Theorien werden schon in der ersten Hälfte zügig bestätigt. Aber das ist okay, denn die zweite Hälfte macht das Buch erst so richtig verrückt. Denn auf die eigens gesponnen und bestätigten Theorien baut Crouch auf. Und immer wieder setzt er noch eins oben drauf. So ist es die Vorhersehbarkeit zu verzeihen – denn sie gehört zum Konstrukt.

Unterm Strich kann ich nur sagen: wer Dark Matter noch nicht gelesen hat sollte es dringend tun. Ein bisschen Sci-Fi gemischt mit viel Thriller-Stoff – gut geschrieben und schön abgemischt. Das lohnt sich auf jeden Fall!

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